are you gonna be my girl?

wir gehen zurück.

zu diesem einen Moment, am Freitag vor einer Woche. Zu dem einen Augenblick, der mich gefangen hat. Und zwar so richtig. So, dass ich mich jederzeit an jedes Detail erinnern könnte.
Es waren nicht mehr als zwanzig Leute da, vor der Bühne. Sie tanzten, und sprangen, und sangen mit. Und ich stand da. Inmitten von diesem ganzen rumgeschubse und rumgehopse, zwischen den ganzen möchte-gern-britpopern und den emo-kids und hörte nur seine Stimme. Alle anderen waren nicht da. Nur er und ich. Und er sang den einzigen Song von Jet den ich jemals gehört habe. Und ich war verwirrt und glücklich und verzweifelt und verliebt und sogar einbisschen enttäuscht, weil ich mich nie richtig mit ihm unterhalten habe, obwohl er seit zwei Jahren in meiner Stufe ist, ja sogar in meiner Klasse, und zwar direkt eine reihe hinter mir. Und als er diesen einen Satz sang, war es mir egal, dass er auch zu diesen möchte-gern-britpopern gehört und ja eigentlich nur mainstream ist, es war mir egal, dass er mich nie leiden konnte und dass er skaterklamotten trägt obwohl er kein Skater ist. Ich dachte nur ja, klar, jederzeit.

"Are you gonna be my girl?"

Und er sprach diesen Satz aus, wie ihn kein anderer hätte aussprechen können. Mit dem richtigen Gefühl, mit der richtigen Betonung, mit dem richtigen Blick. Und er schaute mich an. Und ich fühlte mich so gefangen von der live Musik, von der Atmosphäre, von ihm, dass ich nur noch die Musik schmeckte.

Und ich merkte erst während dem nächsten Song, dass ich geheult hatte und, dass ich mich in seine Stimme verliebt hatte.

Und das bei dem Auftritt einer Schulband.
Und es ist mir kein bisschen peinlich.